Grundlagen Wirkungen Indikationen Zusammensetzung Dosierung Nebenwirkungen/Kontraindikationen Hinweise
GRUNDLAGEN
Die Sägepalme (lat. Serenoa repens, engl. saw palmetto) ist eine aus Nordamerika stammende Pflanze mit fächerartig gezackten Blättern und einer Vielzahl an Beeren. Schon vor vielen Jahren wurde sie von den Ureinwohnern Nordamerikas gegen Erkrankungen des Harntrakts bei Männern und Brusterkrankungen bei Frauen verwendet. Nordamerikanische Indianer verwendeten die Beeren zur Ernährung und Appetitsteigerung, aber auch bei Bettnässen, Impotenz, geringer Libido und Prostataentzündung. Bei Frauen setzten sie das Naturheilmittel bei Unfruchtbarkeit, schmerzhafter Regelblutung und zur Milchproduktion ein. Nachdem auch in Europa die Möglichkeiten der Pflanze vor allem bei der gutartigen Prostatavergrößerung erkannt wurden, gewann man ein Konzentrat aus dem öligen Extrakt der Beeren, um die Effektivität steigern zu können und standardisierte Dosierungen zu haben.
WIRKUNGEN
Das Öl, das aus den Beeren der Sägepalme gewonnen wird, besteht aus einer Vielzahl freier Fettsäuren (zwischen 85 und 95%) und Phytosterolen. Unter anderem beinhaltet es auch die sogenannten Omega-6-Fettsäuren, die zusätzlich eine cholesterinsenkende Wirkung haben. Das fettlösliche Extrakt der Beere kann die Umwandlung von Testosteronen verhindern, die für die Vergrößerung der Prostata verantwortlich gemacht werden.
Über 20 plazebo-kontrollierte Doppelblindstudien zeigten, dass das fettlösliche Extrakt der Sägepalmenbeeren sehr effektiv bei der Verringerung der Symptome einer gutartigen Prostatavergrößerung, wie etwa des nächtlichen Harndrangs (die unangenehmste Beschwerde bei dieser Erkrankung) ist. So ergab eine Studie aus dem Jahre 1984 mit 110 Patienten, die an obengenannter Erkrankung litten, dass diese Patienten über einen Nachuntersuchungszeitraum von 14,5 Monaten bis über 30 Monaten deutlich weniger Beschwerden als die Vergleichsgruppe hatten. Dies wurde nicht nur durch subjektive Kriterien, wie Schmerzen beim Urinieren, sondern vor allem auch durch objektive Kriterien, wie das nächtliche Bettnässen, die Harnmenge und den Restharn, gemessen. Zusätzlich wurde das Präparat hervorragend vertragen und hatte kaum Nebenwirkungen.
Was ist eine Prostatavergrößerung? Die Prostata, auch Vorsteherdrüse genannt, ist ein kastaniengroßes, derbes Organ, das den Anfangsteil der männlichen Harnröhre umgibt. Es sondert ein dünnflüssiges, milchiges Sekret ab, das der Samenflüssigkeit beigemengt wird und bewegungsauslösend auf Spermien wirkt.
Bei einer gutartigen Prostatavergrößerung (Prostataadenom, Prostatahyperplasie) kommt es zur Zunahme der Zellzahl und der Drüsen, was in weiterer Folge zur Verengung der Harnröhre führt. Es treten Symptome wie ein dünner Harnstrahl, Schmerzen beim Urinieren, Startschwierigkeiten beim Urinieren, nächtlicher Harndrang, häufiger Harndrang, Probleme, alles auszuurinieren, usw., auf.
Die Prostatahyperplasie ist immerhin die häufigste Ursache von Blasenentleerungsstörungen bei Männern. Sie tritt zwischen dem 40. und 50. Lebensjahr auf und zeigt einen langsamen, schubweisen Verlauf.
Wie es zu dieser Erkrankung kommt, ist noch nicht ganz geklärt. Man nimmt aber an, dass es entweder durch eine Anhäufung von Testosteron, dem männlichen Sexualhormon, oder durch eine Umverteilung im Hormonhaushalt der weiblichen und männlichen Sexualhormone bedingt wird. Um herauszufinden, ob diese Erkrankung vorliegt, wird der Arzt eine rektale Untersuchung vornehmen, bei der die Konsistenz, die Größe, die Beschaffenheit der Vorsteherdrüse etc. bestimmt werden.
Als nächsten Schritt kann man eine sogenannte Uroflowmetrie, eine Restharnbestimmung oder auch einen Ultraschall vornehmen.
Therapeutisch gibt es neben der Operation (Prostataadenektomie), die allerdings erst nach Versagen aller konservativen Therapiearten vorgeschlagen wird, einige medikamentöse Hilfsmittel. In Österreich und Deutschland ist das Mittel der Wahl zur medikamentösen Behandlung das Öl der Sägepalme, das nicht nur die Symptome lindert, sondern auch zu einer zwar geringen aber doch spürbaren Verkleinerung der Vorsteherdrüse führt.
INDIKATIONEN
Gutartige Prostatavergrößerung: Die Hauptindikation für die Verabreichung von Palmetto® ist die gutartige (benigne) Prostatavergrößerung (Prostatahyperplasie). Bei dieser Erkrankung ist das Pflanzenextrakt in vielen europäischen Ländern, wie etwa Frankreich, Deutschland, Österreich, Italien oder Spanien, bereits der «goldene Standard». Die typischen Symptome dieser Erkrankung sind Startschwierigkeiten beim Urinieren, ein dünner Harnstrahl, häufiges Wasserlassen, Tröpfeln nach dem Urinieren sowie häufiger nächtlicher Harndrang.
In Untersuchungen sah man, dass bei all diesen Beschwerden das Sägepalmenextrakt hervorragend wirkt. Bei unbehandelter Prostatavergrößerung kommt es zu kontinuierlicher Größenzunahme des Organs, das Sägepalmenextrakt erzielt nicht nur eine Verbesserung der Symptome, sondern sogar eine geringe, aber eindeutige Prostataverkleinerung.
ZUSAMMENSETZUNG
Eine Kapsel enthält 500 mg reines pharmazeutisches Sägepalmenextrakt (Saw Palmetto) aus kontrolliertem organisch biologischen Anbau in einer hypoallergenen Reisstärke-Basis.
DOSIERUNG
Im Normalfall 1 bis 2 Kapseln 1 bis 3 mal täglich mit reichlich Flüssigkeit einnehmen.
NEBENWIRKUNGEN/KONTRAINDIKATIONEN
Das rein pflanzliche Sägepalmenextrakt ist praktisch nebenwirkungsfrei. In einer 3-Jahresstudie klagten 34 von 435 Patienten über milde Magen-Darmbeschwerden. Es gibt keine Wechselwirkungen mit anderen Präparaten. Während der Schwangerschaft oder Stillperiode sollte das Präparat nur nach Rücksprache mit dem Arzt eingenommen werden.
HINWEISE
Es kann vier bis sechs Wochen dauern, um die Wirkungen von Palmetto® bei der BPH zu bemerken. Falls eine Besserung der Symptome eintritt, sollte Palmetto® als Dauermedikation eingenommen werden. Palmetto® beeinträchtigt die genaue Messung von PSA (Prostata spezifisches Antigen – ein wichtiger Krebsmarker) nicht. Bitte beachten Sie, dass die Diagnose «benigne Prostatahyperplasie» nur durch einen Arzt erfolgen kann. Die Therapie mit Palmetto® sollte daher nicht eigenmächtig gestartet werden, sondern nur nach genauer ärztlicher Untersuchung.
Dieses Produkt erhalten Sie in Apotheken oder über die Firma Pharmatrans.
Informationen über Preise und Verpackungsgrössen erhalten Sie hier. |